2004-08-10
„,Scheiße‘, ganz klar.“ – „Nein, das heißt ,ich weiß nicht‘.“ Von der Schwierigkeit, abgehörte Telefonate vor Gericht zu übersetzen
„Scheiße“, sagt der Dolmetscher, „ganz klar.“ Der Angeklagte meint hingegen, ein deutliches „ich weiß nicht“ zu hören. Eine typische Episode im Prozess gegen Eli Meir Gampel (44), einst Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle. Ihm werden Geldwäsche für ein kolumbianisches Drogenkartell und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen. Die Mitteldeutsche Zeitung schreibt:
Der Übersetzer vom Landeskriminalamt (LKA), der im Zeugenstand eine imposante Multimedia-Maschinerie aufgebaut hat, kriecht fast in den PC, der getreulich Telefonate aus Gampels großen Tagen repetiert. Und der Angeklagte, seit 15 Monaten in Haft, hilft beim Übersetzen. Es ist eine mühsame Spurensuche im Sprachengewirr, [...] weil Gampel mit Geschäftspartnern in Spanien, England und Übersee vorsichtshalber neben Deutsch und Englisch auch in Hebräisch parlierte.
Für den Zuschauer habe die Vorstellung durchaus einen gewissen „Unterhaltungswert“, so der Prozessbeobachter. Den vollständigen Artikel können Sie in der Mitteldeutschen Zeitung lesen.
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Bild: Archiv. www.uebersetzerportal.de]