2004-09-09
EU: Übersetzungsstau gefährdet Handlungsfähigkeit
In der Wirtschaftswoche ist ein Artikel zum Thema Übersetzen und Dolmetschen in den EU-Institutionen erschienen. Titel: „EU: Sprachwirrwarr in Brüssel. Nach dem Beitritt zehn neuer Mitglieder lähmt der Sprachenwirrwarr die Brüsseler Institutionen.“
    Die Autorin listet die bekannten Fakten auf (20 Amtssprachen, Kosten allein bei EU-Kommission: 807 Mio. Euro für Übersetzungen plus 350 Mio. Euro fürs Dolmetschen). Sie kritisiert, dass die nach der Osterweiterung noch größere Sprachenvielfalt einen Rückstau bei den Übersetzungen bewirkt habe, der die Institutionen lähme. So könne der Ministerrat zurzeit nicht über die Eigenkapitalrichtlinie Basel II entscheiden, weil sie noch nicht in alle Sprachen übersetzt sei.
Die rund 1300 Übersetzer der EU-Kommission kommen mit ihrer Arbeit nicht mehr nach. Zum 1. Mai waren 60.000 Seiten amtlicher Dokumente noch nicht übersetzt, bis Anfang kommenden Jahres wird der Rückstand der Kommission nach internen Schätzungen auf 230.000 Seiten anschwellen, die Marke von 300.000 Seiten spätestens 2006 überschritten.
Das Volumen der zu bewältigenden Übersetzungen sei seit 1999 um jährlich 5 Prozent gestiegen, so dass nun für alle Mitteilungen der Kommission eine Längenbegrenzung von 15 Seiten eingeführt worden sei.
    Den vollständigen Artikel können Sie in der Wirtschaftswoche lesen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Wirtschaftswoche, 2004-08-31. Bild: EU. www.uebersetzerportal.de]