2004-10-09
Marketingberatung für Verbandsmitglieder: ADÜ Nord zieht positive Zwischenbilanz
Seit Anfang des Jahres bietet der ADÜ Nord einen neuartigen Service für seine Mitglieder – die telefonische Marketingberatung. Da bis jetzt kein anderer Verband in unserer Branche Erfahrung mit einer Marketingberatung gemacht hat, war es natürlich schwer zu beurteilen, wie die Mitglieder diesen Service annehmen würden. Nach den ersten neun Monaten ist es nun Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Der Verband hat dazu Dr. Thea Döhler befragt, die Marketingexpertin, die seit Januar die telefonische Beratung durchführt:

Was verbirgt sich überhaupt hinter der Marketingberatung? 
Bei der Marketingberatung handelt es sich um ein Beratungsgespräch, in dem ich punktuelle Unterstützung und Hilfestellung in Sachen Marketing für Sprachmittler anbiete. Von der Entwicklung eines klaren Profils über die Gestaltung von Internetpräsenzen bis hin zur Vorbereitung von Kundengesprächen stehe ich den ADÜ-Nord-Mitgliedern beratend zur Seite. 

Wie oft findet die Marketingberatung statt?
Zweimal im Monat – üblicherweise am zweiten und vierten Mittwoch.

Wer nimmt diesen Service im Anspruch?
Angerufen haben sowohl Dolmetscher als auch Übersetzer, sowohl Berufseinsteiger als auch „alte Hasen“, die seit mehr als 15 Jahren freiberuflich tätig sind.

Mit welchen Anliegen wenden sich die Mitglieder an Sie?
Oh, das ist sehr unterschiedlich. Einige Anrufer wollten wissen, wie sie sich besser profilieren und am Markt positionieren können. Andere wünschten sich Unterstützung bei der Gestaltung der Corporate Identity: Logo, Visitenkarte, Briefpapier, Internetpräsenz, Broschüre. Die meisten Anrufer brauchten Hilfe bei der Entwicklung von Direktmarketingkampagnen, bei der Vor- und Nachbereitung von Messebesuchen, bei Preisgestaltung und Angebotserstellung oder bei der Gestaltung von Verträgen mit Kunden und Lieferanten. Einzelne haben sich Rat zu Dienstleistungsmarken und deren Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt in München geholt.

Wie lange dauert ein Beratungsgespräch?
Das kürzeste Beratungsgespräch am Telefon dauerte 15 Minuten, das längste 1 Stunde und 10 Minuten. Hinzu kommen noch die Vor- und Nachbereitungszeiten, die je nach Anliegen zwischen 10 und 60 Minuten je Interessent schwankten.

Also ich brauche nur anzurufen und lege dann los – oder wie läuft die Beratung praktisch ab?
Es gibt zunächst die Möglichkeit, mich vor der Beratung per E-Mail anzusprechen oder eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Rund 80 % der Interessenten haben mir vorab ihr Anliegen schriftlich mitgeteilt, Konzepte, Unterlagen und Verträge geschickt und mich auf ihre Internetpräsenzen aufmerksam gemacht. So konnte ich die Beratung vorbereiten, feste Telefontermine vereinbaren und die Beratungszeit am Telefon im Sinne der Interessenten gestalten und effizient nutzen. 

Und wie läuft die Marketingberatung überhaupt?
Der Start im Januar war holprig. Beim ersten Mal blieb das Telefon still. Aber schon beim zweiten Januartermin war alles anders: 1 Stunde intensiver Vorbereitung, 4 Beratungen in 2 Stunden sowie weitere Unterstützung für eine Interessentin außerhalb der regulären Beratungszeit, da die Sache keinen Aufschub duldete. Das war ein sehr arbeitsreicher Mittwochvormittag, der sich in dieser Art und Weise im folgenden Monat und in den Sommermonaten Juni und Juli wiederholte. Bis Ende September wurden die 36 Stunden, die insgesamt für die telefonische Marketingberatung zur Verfügung standen, gut genutzt: 41 Beratungsgespräche habe ich am Telefon geführt sowie über ein Dutzend E-Mails mit Tipps, Hinweisen und Vorschlägen versandt.

Kann man denn sagen, dass die ADÜ-Nord-Mitglieder ihre Marketingberatung gut angenommen haben?
Ja, auf jeden Fall. Mit der Marketingberatung und seinem vielfältigen Beratungs- (Rechts- und Steuerberatung) und Weiterbildungsangebot schließt der ADÜ Nord eine große Lücke in dieser Branche. Viele Sprachmittler sind sehr gut ausgebildet, verfügen aber häufig nicht über grundlegende betriebswirtschaftliche Kenntnisse und lassen wenig zielgerichtetes unternehmerisches Denken und Handeln erkennen. Das findet unter anderem seinen Ausdruck in einer fehlenden Marketingstrategie. Und die braucht man nicht nur am Anfang des Freiberuflerdaseins. Genau wie große Unternehmen ihre Strategie für die Zukunft entwickeln und sie schrittweise planvoll gestalten, müssen auch Einzelkämpfer während ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit immer wieder an ihrer Strategie feilen, sie neuen Gegebenheiten anpassen und umsetzen.
[Text: ADÜ Nord. Bild: Döhler. www.uebersetzerportal.de]


Thea Döhler