2004-11-02
„Babylon“: Community Interpreting für Frauen im Schwäbischen
Unter dem Namen „Babylon“ haben fünf soziale Beratungsstellen im deutschen Südwesten einen Dolmetscherdienst eingerichtet, der ausländischen Frauen hilft, mit Ärzten und Ämtern zu kommunizieren. Es handelt sich um ein typisches Projekt des medizinisch-sozialen Dolmetschens (Community Interpreting), über das die Schwäbische Zeitung schreibt:
Die Fachfrauen in diesen Beratungsstellen für Schwangerschafts- und Lebensberatung, für Hilfe bei körperlicher und sexueller Gewalt hatten alle das gleiche Unbehagen. Wenn Frauen zu ihnen kamen, die nur unzureichend Deutsch sprachen, dann mussten oft die Männer oder minderjährige Kinder als Dolmetscher einspringen. Doch wenn's um Schwangerschaftskonflikte geht oder wenn die Frau gar Schutz vor ihrem gewalttätigen Mann sucht, dann sind solche Dolmetscherdienste wenig hilfreich. Also wurde die Idee geboren, Muttersprachlerinnen, die gut Deutsch sprechen, für einen Pool von Dolmetscherinnen zu gewinnen.
Die Psychologin Ulrike Schreiner-Luik hat „Babylon“ vor zwei Jahren ins Leben gerufen und leitet es noch heute. Mit Faltblättern, die in Arztpraxen und Ämtern ausgelegt werden, macht das Projekt auf sich aufmerksam. Zwölf Frauen stehen als Dolmetscherinnen für zehn Sprachen zur Verfügung. Sie werden mit einer Unkostenpauschale entschädigt. Das unter chronischer Finanznot leidende Projekt ist auf Spenden angewiesen, die unter anderem vom Lions Club und der Schwäbischen Zeitung eingehen.
    Den vollständigen Artikel können Sie in der Schwäbischen Zeitung lesen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Schwäbische Zeitung, 2004-11-02. Bild: Schwäbische Zeitung. www.uebersetzerportal.de]