2004-12-07
Elfriede Jelinek, die Unübersetzbare
Seit bekannt ist, dass die österreichische Autorin Elfriede Jelinek (58) mit dem diesjährigen Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird, haben viele ausländische Verlage Übersetzungsrechte erworben. Aber die komplexe Sprache bereitet Übersetzern Probleme und lässt sie an ihre Grenzen stoßen, wie Die Presse berichtet. Übersetzungs-Schwerpunkte seien bisher die Niederlande, Skandinavien, Frankreich und Italien gewesen. In vielen Ländern, so zum Beispiel den USA, werde sie nicht verlegt, weil sie als zu schwierig und düster gelte.
    Jelinek selbst wird von der Zeitung wie folgt zitiert: „Ich versuche, die Sprache zu zwingen, oft gegen ihren Willen, ihren ideologischen Inhalt preiszugeben. Das geht oft in den billigsten Kalauer, in das platteste Wortspiel hinein. Deshalb ist es fast unmöglich, dies in eine andere Kultur, eine andere Sprache zu übersetzen. Ich bin eine provinzielle Autorin, in dem Sinn, dass das eben nie gelingen kann.“ Sie wisse, dass ihre Sprache und ihr Witz selbst in Deutschland nur schwer verständlich seien.
    Übersetzungsschwierigkeiten bestätigt auch die tschechische Jelinek-Übersetzerin Jitka Jilková: „Die Autorin arbeitet so intensiv; sie nutzt alle Eigenschaften der deutschen Sprache – wenn man das übersetzt, ist es nicht einfach, alle Komponenten und Aspekte einzubauen. Aber man kann natürlich nichts weglassen.“ Es gebe Jelinek-Bücher, die „fast unübersetzbar“ seien, zum Beispiel Die Kinder der Toten. Ein Buch, das erst in Auszügen auf Französisch, Englisch und Niederländisch vorliegt.
    Den vollständigen Artikel können Sie in der Presse lesen. Die Website von Elfriede Jelinek finden Sie unter www.elfriedejelinek.com.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Die Presse, 2004-12-07. Bild: Rowohlt. www.uebersetzerportal.de]

Elfriede Jelinek