2004-12-31
Dipl.-Übers. Ulrike Flach erhält zusätzlich zu Abgeordnetendiäten volles Gehalt von Siemens 
Diplom-Übersetzerin Ulrike Flach (53) von der FDP hat Presseberichte bestätigt, nach denen sie zusätzlich zu ihren Einnahmen als Abgeordnete des Deutschen Bundestages (ca. 120.000 Euro pro Jahr) ein Gehalt ihres früheren Arbeitgebers bezieht.
    Flach ist seit 1974 bei Siemens als Übersetzerin angestellt. Sie gibt an, auch nach ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 1998 weiterhin ihr volles Gehalt von dem Elektronikkonzern zu beziehen. Dieses beziffert sie auf 60.000 bis 62.000 Euro brutto pro Jahr. Im November habe sie mit ihrem Arbeitgeber, der Siemens AG Power Generation in Mülheim an der Ruhr, vereinbart, das Arbeitsverhältnis ab 1. Januar 2005 „wegen meiner intensiven politischen Belastung “ ruhen zu lassen. Ihre Arbeit als Übersetzerin habe sie von zu Hause aus erledigt, einen Schreibtisch im Unternehmen besitze sie nicht mehr.
    Sie habe ihre Tätigkeit für Siemens nie verheimlicht und stets alle geforderten Angaben gemacht, sagte die FDP-Politikerin. Ihr Vertrag entspreche auch den Regeln des Unternehmens für politische Mandatsträger.
    Der FDP-Landesvorsitzende in NRW, Andreas Pinkwart, erklärt: „Sie hat stets für die notwendige Transparenz gesorgt.“ Er gehe davon aus, dass die Bezahlung angemessen war. In einer Pressemitteilung der FDP-Bundestagsfraktion heißt es:
Der zwischen Ulrike Flach und der Firma Siemens seit Jahrzehnten bestehende Arbeitsvertrag wird im Handbuch des Deutschen Bundestages ordnungsgemäß geführt. Gegenstand des Vertrages waren Übersetzungsarbeiten für ein tarifliches Brutto-Jahresgehalt von 60.000 Euro. Im November diesen [sic] Jahres wurde vereinbart, den Vertrag ab 01. Januar 2005 ruhen zu lassen. Dieser Vertrag ermöglicht Ulrike Flach nach einem eventuellen Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag die Fortsetzung ihrer langjährigen Tätigkeit bei der Firma Siemens. Die FDP-Bundestagsfraktion hält die Tätigkeit von Mitgliedern der Fraktion in der Wirtschaft, aufgrund der hier gemachten wertvollen Erfahrungen, für hilfreich in der parlamentarischen Arbeit.
Ulrike Flach ist stellvertretende Landesvorsitzende ihrer Partei in Nordrhein-Westfalen und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung. 
    In Deutschland läuft zurzeit eine öffentliche Diskussion über die Nebenverdienste von Politikern. Zwei CDU-Politiker, die jahrelang auf der Gehaltsliste des Energieversorgers RWE standen, ohne dafür eine erkennbare Gegenleistung zu erbringen, sind zurückgetreten. Mehrere SPD-Politiker erhalten Gehaltszahlungen von Volkswagen.
 
Ulrike Flach, geb. Franzen
  • Geboren 1951 in Oberhausen/Rhld.
  • 1969 Abitur in Oberhausen
  • 1973 Abschluss am Fachbereich Angewandte Sprachwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim. Fremdsprachen: Englisch, Italienisch.
  • Seit 1974 Übersetzerin der Siemens AG
  • Mitglied der FDP seit 1975
  • 1976-1978 Kreisvorsitzende der FDP Oberhausen
  • 1989-1994 Graduiertenstudium Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen
  • Seit 1991 Kreisvorsitzende der FDP Mülheim
  • Seit 1992 Bezirksvorstandsmitglied der FDP Ruhr
  • Seit 1993 Mitglied des Landesvorstandes der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker NRW
  • Seit 1994 FDP-Landesvorstandsmitglied
  • Seit 1996 stellv. Landesvorsitzende der FDP NRW
  • Seit 1997 Mitglied des Bundesvorstandes der FDP
  • Seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages

  • Unsere Lobby bei der FDP: Diplom-Übersetzerin Ulrike Flach (vorn; Englisch, Italienisch) und Diplom-Sprachmittlerin Cornelia Pieper (FDP-Generalsekretärin; Polnisch, Russisch)

    [Text: Richard Schneider. Bild: ulrike-flach.de. www.uebersetzerportal.de]


    Ulrike Flach