2005-01-16
Wettig-Danielmeier, Pieper, Flach, Schäfer, Kopp, Lietz: Unsere Vertreter im Deutschen Bundestag
Durch die aktuelle Diskussion um die Doppelverdienerin Ulrike Flach (Bundestagsabgeordnete, Übersetzerin bei Siemens) ist vielen wahrscheinlich erst bewusst geworden, dass es Vertreter unserer Berufsgruppe im Deutschen Bundestag gibt. Und es gibt nicht nur eine, sondern laut Bundestagshandbuch mindestens sechs.
    Hinzu kommen Dutzende von Anglisten, Romanisten und Slawisten, die ebenfalls ein gewisses Verständnis für die Belange der Übersetzer und Dolmetscher haben dürften.
    Es fehlt also nicht an Ansprechpartnern in den Schaltzentralen der 
politischen Macht. Leider werden diese bislang nur unzureichend in die Lobbyarbeit unserer Berufsverbände eingebunden.
    Die sechs übersetzerisch qualifizierten unter den insgesamt 601 Abgeordneten stellen wir Ihnen nachfolgend vor. Alle Angaben entstammen den Abgeordneten-Biografien, die der Bundestag im Internet präsentiert. Dabei handelt sich um Selbstauskünfte, die von der Bundestagsverwaltung nicht überprüft werden. Die für uns relevanten Daten haben wir fett hervorgehoben.

 

Inge Wettig-Danielmeier, SPD, Diplomsozialwirtin
Geboren am 1. Oktober 1936 in Heilbronn; verheiratet, drei Töchter.
    Nach dem Besuch der Mittelschule und Höheren Handelsschule kaufmännische Berufstätigkeit und Ausbildung zur Auslandskorrespondentin und Dolmetscherin für Englisch und Spanisch. Tätigkeit als Auslandskorrespondentin im Importhandel in Hamburg. 1960 Abitur im zweiten Bildungsweg. Studium der Sozialwissenschaften an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven, am Antioch College, Yellow Springs, Ohio, und an der Universität Göttingen. 1966 Diplomsozialwirtin.
    Wissenschaftliche Tätigkeit am Institut für Sozialpolitik und Sozialrecht und am Seminar für Politikwissenschaft in Göttingen. Freiberufliche Gutachtertätigkeit.
    Mitglied der GEW, der Arbeiterwohlfahrt, der Vereinigung für Politische Bildung, des Bundesverbandes Neue Erziehung, Vorsitzende des Kuratoriums des Marie-Schlei-Vereins.
    Seit 1959 Mitglied der SPD, Mitglied des SPD-Parteivorstandes und des Präsidiums, seit 1991 Schatzmeisterin der SPD; 1981 bis 1992
Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, 1982 bis 1992 Vorsitzende der Kommission für Bildungspolitik beim SPD-Parteivorstand. 1968 bis 1973 Abgeordnete im Kreistag Göttingen, 1972 bis 1990 Mitglied des Landtages Niedersachsen.
Mitglied des Bundestages seit 1990.

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (während der Mitgliedschaft):
Lehrbeauftragte, Universität Göttingen, Göttingen
Schatzmeisterin der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Generaltreuhänderin für das SPD-Vermögen), Berlin
2. Unternehmen
Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG, Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG, AdvoCard Deutsche Rechtsschutzversicherung AG,
Hamburg (Mitglied des gemeinsamen Beirates)
4. Verein; Stiftung:
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., Berlin (Vorsitzende)
Marie-Schlei-Verein, Hahnheim/Hamburg (Vorsitzende des Kuratoriums)
 


Inge Wettig-Danielmeier
Cornelia Pieper, FDP, Diplomsprachmittlerin
Geboren am 4. Februar 1959 in Halle; verheiratet, ein Kind.
    Abitur. Studium der Sprachwissenschaften der polnischen und russischen Sprache, 1982 Abschluß als Diplomsprachmittlerin (Diplomübersetzerin).
    Dolmetscherin im Tourismus und Kulturbereich. 1987 bis 1990 tätig in der Abteilung Kultur/Bildung der LDPD/F.D.P.; 1995 Bundesgeschäftsführerin beim Humanistischen Verband e.V., Berlin, seit 1996 freiberufliche Dolmetscherin.
    Amtierende Vorsitzende der Erhard-Hübener-Stiftung, Halle.
Seit 1990 Mitglied der F.D.P., stellvertretende Vorsitzende des F.D.P.-Kreisverbandes Halle, seit 1993 Mitglied des Bundesvorstandes der F.D.P., 1995 Wahl zur F.D.P.-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt, seit 1997 stellvertretende Bundesvorsitzende der F.D.P.; stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Liberaler Frauen. 1990 bis 1994 Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landtages Sachsen-Anhalt.
Mitglied des Bundestages seit 1998; stellvertretende Vorsitzende und bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der F.D.P-Fraktion, Obfrau im Ausschuß für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (ausgeschieden am 31. Mai 2002, Nachfolgerin Abg. Gudrun Serowiecki).

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (vor der Mitgliedschaft):
Diplomsprachmittlerin Polnisch/Russisch, Freiberuflerin, Lieskau
4. Verein; Stiftung:
Erhard-Hübener-Stiftung e.V., Halle/Saale (Mitglied des Vorstandes)
5. Verband:
Bundesverband Liberale Frauen e.V., Bonn (Stellv. Vorsitzende)
 


Cornelia Pieper
Ulrike Flach, FDP, Diplomübersetzerin
Geboren am 1. Januar 1951 in Oberhausen; verheiratet, zwei Kinder.
Gymnasium, Abitur. Studium der „Angewandten Sprachwissenschaften“ an der Universität Mainz und dem Ealing Technical College in London, Abschluss Diplomübersetzerin.
    Technische Übersetzerin für die Sprachen Englisch und Italienisch bei der Siemens AG, Generator- und Turbinenbau. Beiratsmitglied von Haus + Grund Mülheim/Oberhausen. Mitglied des Landesvorstandes der Vereinigung liberaler Kommunalpolitiker Nordrhein-Westfalen.
    1975 Eintritt in die F.D.P., Kreisvorsitzende in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr, Mitglied des Bezirksvorstandes Ruhr, stellvertretende Landesvorsitzende der F.D.P. Nordrhein-Westfalen, Mitglied des Bundesvorstandes.
    Mitglied des Bundestages seit 1998.

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (vor und während der Mitgliedschaft):
Übersetzerin, Siemens AG KWU, Mülheim
4. Verein; Stiftung:
Stiftung “Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland”,
Bonn, (Stellv. Mitglied des Kuratoriums)
5. Verband:
Haus + Grund, Mülheim/Oberhausen, (Mitglied des Beirates, ehrenamtlich)


Ulrike Flach
Anita Schäfer, CDU, Angestellte
Geboren am 9. Juli 1951 in Saalstadt; katholisch; ledig. Mittlere Reife. Inlingua Sprachschule, Übersetzerin.
    Bis 1972 Angestellte bei der B.H.G. Raiffeisen Frankfurt, Außenstelle Thaleischweiler, bis 1979 Angestellte bei der Verbandsgemeindeverwaltung Wallhaben, bis 1985 Mitarbeiterin bei MdB Dr. Werner Marx und bis 1998 bei MdB Dr. Klaus-Dieter Uelhoff.
    Seit 1979 Mitglied der CDU, 1988 bis 1997 Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Wallhaben, seit 1992 stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Südwestpfalz, seit 1994 Vorsitzende des Arbeitskreises „Soziale Grundsicherung“, seit März 1998 Mitglied des CDU-Bezirksvorstandes Rheinhessen-Pfalz.
    Mitglied des Bundestages seit 1998; stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Fraktion.

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (vor der Mitgliedschaft):
Büroleiterin beim Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Dieter Uelhoff

Auf der Website der CDU/CSU-Fraktion gibt Anita Schäfer als Beruf „Übersetzerin“ an.


Anita Schäfer
Gudrun Kopp, FDP, Exportkauffrau
Geboren am 18. Oktober 1950 in Klosterneuendorf, Kreis Gardelegen; evangelisch; verheiratet, zwei Kinder. 
    Volksschule, Mittlere Reife, Fachhochschulreife. Exportkauffrau. Dolmetscherin und Übersetzerin mit den Fachgebieten Wirtschaft und Elektrotechnik. Abteilungsleiterin „Export“ in einem Elektro-Konzern. Freiberuflich tätige Dolmetscherin und Übersetzerin für ein mittelständisches Familienunternehmen.
    Mitglied im DRK, in der Johanniter-Unfallhilfe, im Deutschen Kinderschutzbund, im Heimat- und Verkehrsverein Lage, im Liberalen Zentrum Lippe e.V., im Patenschaftsverein Lage/Horsham (England) und in der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe; Mitglied Grundschulpflegschaft.
    Seit 1975 Mitglied der F.D.P., Stadtverbandsvorsitzende, Kreisvorsitzende Lippe, seit 1995 Bezirksvorsitzende Ostwestfalen-Lippe, seit 1996 Mitglied des F.D.P.-Landesvorstandes Nordrhein-Westfalen; Delegierte zu Bezirks-, Landes- und Bundesparteitagen. 1979 bis 1994 Ratsmitglied der Stadt Lage, seit 1994 Mitglied der erweiterten F.D.P.-Kreistagsfraktion in Lippe.
    Mitglied des Bundestages seit 1998.

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (vor der Mitgliedschaft):
Dolmetscherin/Übersetzerin (freiberuflich), Lage
3. Körperschaft; Anstalt des öffentlichen Rechts:
Lippischer Kreistag, Detmold, (Sachkund. Bürgerin)
Radio Lippe, Detmold, (Mitglied der Veranstaltergemeinschaft)


Gudrun Kopp
Ursula Lietz, CDU, Medizinisch-technische Assistentin
Geboren am 19. Juni 1940 in Wuppertal; evangelisch; geschieden, ein Kind.
    Gymnasium, Mittlere Reife. Staatsexamen als Medizinisch-Technische Assistentin. 1967 bis 1968 Studium und Abschluß Medizinische Technologie, 2. Bildungsweg University of Michigan, Ann Arber, USA.
Wissenschaftliche Assistentin in der forschenden pharmazeutischen Industrie; vereidigte Übersetzerin der englischen Sprache, IHK-Abschluss; tätig in der Bayer AG, Wuppertal.
    1968 bis 1996 Mitglied der American Society of Clinical Pathology und seit 1972 der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft. Seit 1998 Kreisvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Wuppertal; Mitglied des Presbyteriums der evangelisch-reformierten Gemeinde in Wuppertal-Cronenberg. Bundesverdienstkreuz am Bande.
    1983 Eintritt in die CDU; seit 1998 stellvertretende Vorsitzende des CDU-Bezirks Bergisches Land; 1983 bis 1992 Vorsitzende der Frauen-Union Wuppertal und 1986 bis 1992 des Bezirks Bergisches Land. 1984 bis 1998 Mitglied der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal, 1991 bis 1998 Fraktionsvorsitzende.
    Mitglied des Bundestages seit 1998.

Veröffentlichungspflichtige Angaben
1. Beruf (vor der Mitgliedschaft):
Wissenschaftl. Assistentin, Bayer AG, Wuppertal
3. Körperschaft; Anstalt des öffentlichen Rechts:
Bergische Universität-Gesamthochschule Wuppertal, Wuppertal (Mitglied des Beirates)

[Text: Richard Schneider. Quelle: www.bundestag.de, 2005-01-15. Bild: Bundestag, Archiv.] www.uebersetzerportal.de
 


Ursula Lietz