2005-02-11
125 Jahre Duden – Die Erfolgsgeschichte des bedeutendsten deutschsprachigen Wörterbuchs
Wir schreiben den 7.7.1880. Im Verlag Bibliographisches Institut in Leipzig erscheint ein 187 Seiten starker Band mit dem Titel Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Der Autor: Dr. Konrad Duden, Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hersfeld.
    27.000 Stichwörter von A wie „Aal“ bis Z wie „zwote“ umfasst der „zeitgemäßeste aller Artikel“ – so die Verlagsanzeige im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom 5.7.1880.
    Der so genannte „Urduden“ von 1880 fand rasch eine ungeheure Verbreitung, nicht nur, weil das Buch für nur eine Mark zu kaufen war, sondern vor allem, weil es sich an der Praxis der Schreibenden orientierte. Als übersichtliches Wörterverzeichnis bot es all denen Hilfe, die – wie Konrad Duden im Vorwort schreibt – „ohne den langsamern und schwierigern Weg der Anwendung allgemeiner Regeln auf einzelne Fälle zu betreten, mitten in der Arbeit des Schreibens, Korrigierens oder Setzens schnell und zuverlässig über ein bestimmtes Wort, dessen Schreibung ihnen im Augenblick unsicher ist, Aufschluß haben wollen“.
    Daran hat sich auch 125 Jahre später nichts geändert, wenngleich die neueste Auflage des Dudens – und dies ist immerhin die 23. aus dem Jahr 2004 – etwa den fünffachen Bestand an Stichwörtern aufweist.
    Das Rechtschreibwörterbuch des Praktikers Konrad Duden verbreitet sich schnell an den Schulen. Doch nicht nur das: Auch die Setzer, Drucker und Korrektoren richten sich schon bald in allen orthografischen Fragen nach dem Duden. Schließlich schafft der „Urduden“ das, was alle staatlichen Konferenzen bis dahin vergeblich versucht haben: Er führt die Einheitsschreibung zunächst in Deutschland und in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum herbei.
    Heute ist der Duden das Gebrauchswörterbuch schlechthin. Aus der orthografischen Wörterliste von 1880 wurde ein Nachschlagewerk, das alle sprachlichen Fragen schnell und kompetent beantwortet. Die aktuelle 23. Auflage des Rechtschreibklassikers verzeichnet 125.000 Stichwörter mit über 500.000 Beispielen, Bedeutungserklärungen und Angaben zur Worttrennung, Grammatik, Etymologie sowie zur Aussprache. Damit ist der aktuelle Duden der umfangreichste seit 125 Jahren.
    Das Standardwerk zur deutschen Sprache gibt es heute auch als CD-ROM für Windows, Mac und Linux sowie – seit dem Erscheinen der aktuellen Auflage – auch als Software für Handhelds und Smartphones. Alle digitalen Umsetzungen des Dudens bieten akustische Aussprachehilfen zu mehreren Tausend schwierigen Wörtern auf Basis der Vertonungen durch die Aussprachedatenbank der ARD.
    Eine Kuriosität zum Schluss: Auf Seite 23 zeigt uns der 125 Jahre junge „Urduden“, dass man schon damals das „Betttuch“ (unter Berücksichtigung der preußischen Schulorthografie) mit drei „t“ schrieb. Damit ist die erste Ausgabe des „Volkswörterbuchs“ ganz auf der Höhe unserer Zeit, denn die ab August 2005 für Schulen und Behörden allein verbindliche neue Rechtschreibung schreibt das Wort nicht anders.
 



Im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom 5.7.1880 wird das
Erscheinen des „Urdudens“ angekündigt.
 


Konrad Duden


Erstausgabe von 1880


23. Auflage 2004


Die neueste Ausgabe kommt zur Not auch ohne Papier aus





 


„Betttuch“ mit drei „t“ – Der erste Duden zeigt sich ganz auf der Höhe unserer Zeit

[Text: Duden. Quelle: PM Duden, 2005-02-10. Bild: Duden.] www.uebersetzerportal.de