2005-02-15a
Microsoft lokalisiert Windows für die „Kompyuta“ in Ostafrika
Ein paar Brocken Kisuaheli (Swahili) kann wohl jeder, der mit der Fernsehserie Daktari aufgewachsen ist („Jambo, Bwana!“, Simba, Safari). Allmählich entdecken auch die Softwarehäuser diese bedeutende ostafrikanische Verkehrssprache, die von rund 50 Mio. Menschen in sechs Ländern gesprochen wird. 
    Die Suchmaschine Google bietet eine Kisuaheli-Startseite an. Und Microsoft will bis Mitte des Jahres Windows und das Office-Paket lokalisieren, so Patrick Opiyo, Projektmanager bei Microsoft in Nairobi. Der Software-Riese hat dazu Sprachwissenschaftler von Uganda bis Sansibar verpflichtet. Außerdem kann jedermann im Internet Übersetzungsvorschläge machen.
    Viele Fachausdrücke kommen einem, da sie aus dem Englischen stammen, seltsam bekannt vor: Kompyuta (Computer), Laputopu (Laptop), Kiibodi (Tastatur), Skan (Scanner), Flopi diski draivu (Diskettenlaufwerk), Hadi diski draivu (Festplatte), Skrini (Bildschirm), Spika (Lautsprecher), Modemu (Modem), Mausi (Maus).
    Allmählich ersetzen aber einheimische Ausdrücke die englischen Lehnwörter: So wird der Computer zunehmend als Tarakilishi (Rechner) und die Maus als Kiongozeo (Maus) bezeichnet.
    Die von Microsoft geplante Lokalisierung wird sich auch auf die akustischen Signale unter Windows erstrecken. So soll das Eintreffen einer E-Mail nicht mit einem Gong, sondern mit afrikanischen Trommeln angekündigt werden.
    Ähnliche Projekte für das südafrikanische Zulu und das nigerianische Haussa sind in Vorbereitung.


Der Kisuaheli-Sprachraum

[Text: Richard Schneider. Quelle: n-tv, 2005-02-14. Bild: Internet-Fundsachen.] www.uebersetzerportal.de