2005-02-17a
Ein Tipp von Swetlana Geier: „Nase hoch beim Übersetzen.“
In der Berliner Zeitung ist ein Gespräch zwischen Uta Beiküfner und der gefeierten Literaturübersetzerin Swetlana Geier (82) erschienen, die sich durch Neuübersetzungen russischer Klassiker einen Namen gemacht hat. Darin gibt sie Auskunft über ihre Jugend in Kiew, über den privaten Deutschunterricht, den sie genoss („Eines Tages wachte ich auf und hatte auf deutsch geträumt.“) und darüber, wie sie zum Übersetzen kam.
Meine Lehrerin war nicht sehr klug, aber sie hatte ein System. Sie hat immer gesagt: „Nase hoch beim Übersetzen.“ Das heißt, man übersetzt nicht von links nach rechts, wie die Sprache läuft, sondern nachdem man sich den Satz angeeignet hat.
1943 kam sie nach Deutschland, studierte in Freiburg. Erst zehn Jahre nach Kriegsende begann sie, literarische Texte zu übersetzen. Dabei geht sie wie folgt vor:
Ich lese das Buch so oft bis die Seiten Löcher kriegen. Im Grunde kann ich es auswendig. Dann kommt ein Tag, an dem man plötzlich die Melodie des Textes hört. Wenn ich das Buch fast auswendig kann, sagt meine Sekretärin: „So, und jetzt fangen wir an“, und dann diktiere ich ihr die Übersetzung.
Auf die abschließende Frage der Redakteurin, was das Übersetzen für sie bedeute, antwortet Geier: „Leben.“ Den vollständigen Artikel können Sie in der Berliner Zeitung lesen.

Interne Links zum Thema
2003-10-11 „Dann bin ich nach Hause gegangen und habe übersetzt.“ Swetlana Geier über den Beginn ihrer Karriere
2003-04-28 „Übersetzen macht Weltliteratur erst möglich.“ – Swetlana Geier wird 80
[Text: Richard Schneider. Quelle: Berliner Zeitung, 2005-02-16. Bild: Ammann Verlag.] www.uebersetzerportal.de


Swetlana Geier