2005-03-09a
Hamburger Senat vereinfacht „bürokratisches und umständliches“ Dolmetschergesetz. 5.000 Euro Bußgeld für schwarze Schafe
Der Hamburger Senat hat gestern einen Gesetzentwurf zur Vereinfachung des Landesrechts beschlossen. 19 Gesetze und 27 Rechtsverordnungen sollen aufgehoben oder geändert, 300 Einzelvorschriften ersatzlos gestrichen werden. Davon profitieren auch die Gerichts- und Polizeidolmetscher der Millionenmetropole. In einer Pressemitteilung des Justizsenators Dr. Roger Kusch (51, CDU) heißt es:
Von besonderer Bedeutung für eine weltoffene Stadt wie Hamburg mit ihren internationalen Bezügen ist zum Beispiel die Neuregelung des Hamburgischen Dolmetschergesetzes. Das bisher geltende Gesetz hat sich als Hinderungsfaktor für die Zertifizierung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Dolmetscher herausgestellt: Durch ein bürokratisches und umständliches Zulassungsverfahren betrug der durchschnittliche Zeitraum zwischen Zulassung zur Prüfung und dem Prüfungstermin durchschnittlich 28,3 Monate. Mit der Neuregelung wird das Prüfungsverfahren gestrafft bei Beibehaltung des hohen Qualitätsstandards. Zudem können „schwarze Schafe“, die lediglich den Eindruck eines öffentlich bestellten und vereidigten Dolmetschers erwecken, aufgrund des neuen Gesetzes mit einem Bußgeld bis zu 5.000 € belegt werden.
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1999-06-01 Dolmetscher muss vier Jahre auf Prüfung warten und verklagt deswegen Hamburger Behörde
[Text: Richard Schneider. Quelle: PM Justizbehörde Hamburg, 2005-03-08. Bild: Justizbehörde Hamburg.] www.uebersetzerportal.de

Roger Kusch