2005-04-17
Die Presse: EU-Sprachmittler „fürstlich entlohnt“, „am besten organisierte Berufsgruppe
In der Wiener Tageszeitung Die Presse lesen wir:
Mit fremden Sprachen kann man viel eigenes Geld verdienen – für kaum einen anderen Job gilt diese Erkenntnis so sehr wie für die Dolmetscher und Übersetzer, die in Brüssel in den Diensten des Europäischen Parlaments und der Kommission stehen. Für ihre Sprachfertigkeit werden sie selbst für Brüsseler Verhältnisse geradezu fürstlich entlohnt, und nicht umsonst gelten die Europa-Sprachkünstler als die am besten organisierte Berufsgruppe innerhalb der gesamten EU-Bürokratie: Sie wissen, wie unverzichtbar ihre Arbeit im gemeinsamen Europa ist – und schaffen es daher immer wieder, dass ihre Vorstellungen und Wünsche
berücksichtigt werden – wie nach der EU-Erweiterung.

Alexander Ross, Journalist und Autor mehrerer Fachbücher zum Thema Präsentation und Rhetorik, kritisiert in dem Artikel, dass Exportmeister Deutschland seine Gesellenprüfung nur in einer Fremdsprache gemacht habe, die zudem nicht mehr als solche zähle, nämlich in Englisch. Schon bei Französisch höre die Weltläufigkeit der Deutschen auf. Wer sich fließend auf Französisch verständlich machen könne, falle bereits auf.
    Ross bemängelt weiter, dass viele dazu neigen „die Urlaubsaufenthalte für Auslandserfahrung zu halten und die Vorbereitung mit dem Sprachführer mit Sprachkenntnissen zu verwechseln“.
Er kommt zu dem Schluss, dass man man im Beruf nur noch mit Fremdsprachen richtig punkten könne, die noch als solche gelten.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Die Presse, 2005-04-16. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de