2005-04-23
Mordprozess unterbrochen, weil dem Dolmetscher beim Betrachten von Tatortfotos speiübel wurde
Die blutüberströmten Leichen zweier junger Frauen fand die Polizei am Tatort in Frechen vor. „Überall ist Blut, große Blutlachen auf dem Boden, verwischtes Blut an den Wänden, Tropfen auf dem Laminat und an den wenigen Möbeln, blutige Fußspuren, darunter winzig kleine von den Kindern“, schildert die Gerichtsreporterin im Kölner Stadt-Anzeiger die Szene.
    Mehr als 200 Fotos hat ein Polizist vom Tatort gemacht, die jetzt in der Gerichtsverhandlung präsentiert werden. Die Zeitung weiter: „Er hat noch keine 50 Bilder gezeigt, da wird dem Dolmetscher, der für den angeklagten Kongolesen übersetzt, übel. Der Angeklagte lächelt verständnisvoll, die Sitzung wird unterbrochen.“
    Nach der Pause verzichten der Angeklagte und sein Dolmetscher auf das weitere Studium der Tatortfotos.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 2005-04-22. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de