2005-05-10
Parteiische Staatsdolmetscher in Turkmenistan: OSZE-Ratsvorsitzender unterbricht Pressekonferenz
Dimitri Rupel war vor kurzem als Ratsvorsitzender der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Turkmenistan unterwegs. Über die ihm zur Verfügung gestellten Dolmetscher des Staatsapparats schreibt der Standard:

Am Ende eines Besuchstages in einem der abgeschlossensten Regime der Welt verließ Dimitri Rupel dann doch die Geduld. Brüsk unterbrach er seine Pressekonferenz in einem Hotel der turkmenischen Hauptstadt Ashgabad und ließ eine Dolmetscherin austauschen.
    Die Übersetzer im Dienst von Turkmenistans Präsidenten auf Lebenszeit, Saparmurat Nijasow, hatten im Lauf des Tages bereits mehrfach die Äußerungen des OSZE-Ratsvorsitzenden und slowenischen Außenministers an die Erfordernisse des Landes „angepasst“: Aus Rupels
interessantem" Gespräch mit Nijasow wurde in der russischen Form ein gutes Gespräch", der unschöne Begriff Demokratie" erhielt mitunter die Umschreibung Staat"; Turkmenistan sei eines der wichtigsten Länder in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, gab die Dolmetscherin schließlich bekannt – Rupel hatte höflich von einem sehr wichtigen Land" gesprochen, das in der 55-Staaten-Gemeinschaft vielleicht seine beste Chance habe, um gehört zu werden.

Das diktatorisch regierte Turkmenistan verfügt über „1,1 Milliarden Tonnen Rohöl, 2,7 Billionen Kubikmeter an gesicherten und 14 weitere Billionen an wahrscheinlichen Erdgasvorräten“, wie der Standard schreibt.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Der Standard, 2005-04-25. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de


Saparmurat Nijasow