2005-05-15
„Einstiegsgehalt 4.000 Euro, Arbeitsumfeld super“ – Süddeutsche Zeitung über EU-Sprachendienst
In der Rubrik „Beruf und Studium“ stellt die Süddeutsche Zeitung den Übersetzungsdienst der EU-Kommission mit seinen rund 2.000 Mitarbeitern vor. Der weltweit größte Übersetzungsdienst hat letztes Jahr mehr als 1 Mio. Seiten übersetzt und kostet die Steuerzahler rund 807 Mio. Euro pro Jahr. Auf den ersten Blick ist das viel Geld, im Vergleich zu anderen Haushaltsposten handelt es sich aber nur um „Peanuts“, nämlich um genau 1,78 Euro pro EU-Bürger und Jahr.
    Die Zeitung beschreibt die Arbeit von Christa Rauch (34), die an der Uni Wien den Studiengang „Übersetzen und Dolmetschen“ absolviert hat. Sie übersetzt aus dem Polnischen und Französischen ins Deutsche. Sie schwärmt: „Die Arbeitsplatzsicherheit ist natürlich ein Argument, aber nicht nur das: Auch das Arbeitsumfeld ist super.“ Entgegen ihren Erwartungen sei der Übersetzungsdienst auch keineswegs eine reine Frauendomäne.
    Bewerber müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslands
  • Hochschulabschluss oder gleichwertige Qualifikation im Sprachenbereich
  • Profunde Kenntnisse in mindestens zwei Fremdsprachen, die EU-Amtssprachen sind
  • Mindestens drei Jahre Berufserfahrung als Übersetzer
Die Auswahlverfahren („Concours“) dauern acht bis zehn Monate. Wer die schriftlichen Prüfungen bestanden hat, wird zu einer mündlichen eingeladen. Die Erfolgreichen landen auf einer Eignungsliste und bekommen irgendwann eine Stelle angeboten. Wer dann die Probezeit übersteht, kann Beamter auf Lebenszeit werden.
    Das Einstiegsgehalt liegt bei 4.000 Euro. Hinzu kommen diverse Zulagen und Steuervorteile.
Dringender Bedarf besteht immer noch für die Sprachen Maltesisch, Estnisch und Lettisch, für die noch in diesem Jahr soll ein neues Auswahlverfahren gestartet werden soll.
    Den genannten Artikel können Sie in der Süddeutschen Zeitung lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2005-05-14. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de