2005-06-21
taz: „Flüchtlinge geben viel Geld für Dolmetscher aus“
Die Berliner tageszeitung (taz) weist darauf hin, dass Einwanderer viel Geld für Dolmetscher ausgeben müssen. In dieser Hinsicht gebe es große Unterschiede zwischen den Nationalitäten. Am schlechtesten seien Vietnamesen dran, weil diese kaum über soziale Netzwerke verfügten. Das Blatt schreibt:
Vietnamesische Frauen [...] berichten, dass sie jeden Monat allein 30 bis 50 Euro für die Begleitung durch einen Dolmetscher zum Sozialamt zahlen. [...] Eine andere allein erziehende Mutter berichtet, sie zahle 50 Euro für die monatliche Begleitung durch einen nicht vereidigten Dolmetscher zum Sozialamt und noch einmal 50 Euro für die Begleitung zum Jugendamt [...].
Zahlenmäßig starke Gruppen wie vor allem die Türken könnten hingegen auf eine umfangreiche Infrastruktur ihrer bereits in Deutschland lebenden Landsleute zurückgreifen. Hinzu komme, dass die Behörden viele türkischsprachige Mitarbeiter beschäftigten.
    Die russischen Einwanderer seien in ihrer Mehrheit Spätaussiedler oder Juden. Beide Gruppen genössen Privilegien, unter anderem kostenlose Deutschkurse.
    Die Vietnamesen hingegen würden von ihren eigenen Landsleuten ausgebeutet. Eine Mitarbeiterin des Vereins „Reistrommel“ berichtet: „Vor Jahren hatten wir solche [Dolmetsch-]Angebote durch ABM-Kräfte. Leider mussten wir feststellen, dass unsere ABM-Mitarbeiter von ihren Klienten zusätzlich zu ihrem Gehalt illegale Gebühren kassierten.“ In Vietnam sei diese Mentalität verbreitet, der Hilfsverein sei machtlos dagegen.
    Den vollständigen Artikel können Sie in der taz lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: taz,  2005-06-21. Bild: Stadt Berlin.] www.uebersetzerportal.de