2005-07-03
Lena Zonina – Dolmetscherin, Übersetzerin und Geliebte Jean-Paul Sartres
„Die Versorgung ausländischer Schriftsteller mit charmanten, gutgewachsenen Dolmetscherinnen hatte [in der Sowjetunion] System. Es ging darum, für gute Presse zu sorgen und Kritik am System schon vor der Entstehung zu ersticken“, heißt es auf der Website des ZDF-Kulturmagazins aspekte.
    
Ein williges Opfer dieser liebevollen Betreuung wurde auch Jean-Paul Sartre (1905-1980) auf einer seiner neun UdSSR-Reisen. Die für ihn abgestellte Dolmetscherin Lena Zonina (1923-1985) war mehrere Jahre lang eine seiner Nebenfrauen. Beim Schreiben der Spitzelberichte an den KGB soll der Philosoph seiner Sprachmittlerin sogar geholfen haben.
    In einem zum hundertsten Geburtstag Sartres erschienenen Buch sind jetzt erstmals Fotos der geheimnisvollen Frau aufgetaucht – geschossen vom
Fotografen Antanas Sutkus, der Sartre 1965 auf einer Litauenreise begleitete (Sartre et Beauvoir – Cinq jours en Litianie, Collection Beaux Livres BDL, 35,00 Euro). Sartre hielt sich damals auf Einladung des russischen Schriftstellerverbands im Baltikum auf. Die aspekte-Redaktion schreibt:
Der eigentliche Grund der Reise jedoch ist eine Frau: Lena Zonina, Sartres russische Geliebte. Sie ist die Dolmetscherin und übersetzt seine Schriften. Seit drei Jahren führen sie eine leidenschaftliche Beziehung [...].
Die ganze Geschichte und viele schöne Fotos finden Sie auf der Website des ZDF.

[Text: Richard Schneider. Quelle: ZDF.de, 2005-06-24. Bildbearbeitung: Richard Schneider.] www.uebersetzerportal.de


Hatte ein Auge auf die Dolmetscherin geworfen: Jean-Paul Sartre