2005-12-24
Harry Rowohlt Weihnachten auf der Straße?
Oft und gern erzählt der
populäre Literaturübersetzer, Vortragskünstler und Gelegenheitsschauspieler Harry Rowohlt, dass ihn Hausmeister und Ordner gelegentlich nicht zu seinen eigenen Lesungen in den Saal lassen, weil sie ihn für einen Penner halten, der sich nur aufwärmen will. Wer bislang geglaubt hat, dies sei eine gut erfundene Anekdote, der schaue in die Weihnachtsbeilage des Soester Anzeigers.
    Unter der Überschrift „Weihnachten auf der Straße – 20.000 Wohnungslose in Deutschland“ berichtet die Lokalzeitung der westfälischen Metropole über die Lieblingsrandgruppe aller weihnachtlich Gestimmten: die Obdachlosen.
    Ein Foto zeigt den uns wohlbekannten Vortragskünstler mit Parka und Schal beim abendlichen Rezitieren unter freiem Himmel vor einer als Adventskalender dekorierten Hausfassade. Aber die Bildunterschrift lautet:
„Dieser Wohnungslose liest am Heiligen Abend vor einem ,lebenden Adventskalender' aus der Weihnachtsgeschichte.“



[Text: Richard Schneider. Quelle: Soester Anzeiger, 2005-12-24. Bild eingescannt von Richard Schneider.] www.uebersetzerportal.de